Als 1368 das alte klevische Grafenhaus im Mannesstamme erlosch, entbrannte unter den erbberechtigten Parteien Adolf von der Mark, Gerhard von Horn, Otto von Arkel und Gerhard von Arnsberg ein heftiger Streit, bei dem auch der Erzbischof mitmischte. Im Konflikt setzte sich Adolf von der Mark durch und begründet die bis 1609 regierende Herrschaft der Grafen und Herzöge aus dem Haus Kleve-Mark.
Was die Gründe dafür waren, dass zwischen Graf Adolf und Rutger III. anhaltende Spannungen entstanden, ist im Detail nicht mehr zu klären. Ein Grund dürfte die weitgehend unabhängige und herausragende Stellung der Familie van den Boetzelaer gewesen sein. Die Einbindung freier Herrschaftsbereiche und Burgen in das Territorium war ein erklärtes Interesse der spätmittelalterlichen Landesherren, wozu auch Graf Adolf von Kleve-Mark (1368-1394) gehörte. Hinzu kommt, dass die Burg Boetzelaer im Kerngebiet der Grafschaft Kleve lag und das selbstbewusste Auftreten und die Macht der hier lebenden Ritter den Zielen und Wünschen des Klever Grafen auf eine Konsolidierung und Abrundung des gräflichen Territoriums im Wege stand, bzw. als Bedrohung empfunden werden konnte. Dass dennoch diese neuartige Machtkumulation in den Händen eines Fürsten nicht zu einer absolutistischen Herrschaftsform am Niederrhein werden konnte, ist dem Widerstand der Ritterschaft nach dem Vorbild solcher Familien wie der van den Boetzelaers zu verdanken. Ursprünglich standen sie zu dem Grafen von Kleve in keiner rechtlichen Bindung. 1359 unterzeichneten die edelfreien Adelsfamilien den Landesfrieden zwischen Adel und Graf.